Warum steht plötzlich Erdbeere auf meiner Kaffeetüte?
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Erdbeere, Schokolade, Pfirsich, Karamell... Wenn du zum ersten Mal eine Packung Spezialitätenkaffee in den Händen hältst, können die Geschmacksangaben auf dem Etikett ziemlich seltsam wirken. Schließlich hast du doch nur Kaffee gekauft? Keinen Erdbeertee.
Trotzdem kann Kaffee wirklich Geschmäcker und Aromen haben, die an Früchte, Schokolade, Nüsse oder sogar Blumen erinnern. Und nein, die haben wir nicht heimlich hinzugefügt.
Was bedeuten diese Geschmacksangaben dann?
Die Geschmacksangaben, die du auf einer Kaffeepackung findest, nennen wir Tasting Notes. Sie beschreiben, woran dich der Geschmack und die Aromen eines Kaffees erinnern können.
Steht zum Beispiel Erdbeere auf der Packung? Das bedeutet nicht, dass dein Kaffee buchstäblich nach Erdbeere schmeckt. Vielleicht erkennst du die Süße einer reifen Erdbeere, die frische Säure oder eben diesen saftigen, fruchtigen Charakter.
Eigentlich funktioniert das ein bisschen wie beim Wein. Ein Wein kann Noten von Kirschen, Vanille oder Schokolade haben, ohne dass jemand diese Zutaten hinzugefügt hat.
Und fruchtige Geschmacksrichtungen im Kaffee sind vielleicht weniger seltsam, als du denkst. Eine Kaffeebohne ist nämlich der Samen einer Frucht: der Kaffeekirsche.
Wie dieser Kaffee letztendlich schmeckt, wird von vielen Dingen bestimmt. Die Varietät der Kaffeepflanze, wo und in welcher Höhe sie wächst, das Klima, die Reife der Kaffeekirschen und die Art und Weise, wie der Kaffee nach der Ernte verarbeitet wird, spielen alle eine Rolle. Danach hat auch die Röstung Einfluss darauf, welche Eigenschaften letztendlich in deiner Tasse zum Vorschein kommen.
Deshalb kann ein Kaffee herrlich schokoladig und nussig sein, während ein anderer an Erdbeere, Pfirsich oder Blumen erinnert.
Aber wer bestimmt, dass es Erdbeere ist?
Bevor ein solcher Geschmack auf die Verpackung kommt, wird der Kaffee verkostet. Das geschieht oft während eines Cuppings: einer festen Methode, Kaffee zuzubereiten und zu probieren, bei der verschiedene Eigenschaften eines Kaffees gut beurteilt werden können.
Während der Verkostung werden unter anderem Aroma, Süße, Säure, Mundgefühl und Geschmack beurteilt. Vielleicht erinnert eine Kombination dieser Eigenschaften jemanden stark an Erdbeere.
Aber Geschmack bleibt persönlich. Wo der eine Erdbeere erkennt, denkt jemand anderes vielleicht an Himbeere, Kirsche oder einfach nur rote Früchte. Tasting Notes sind daher keine Liste von Geschmacksrichtungen, die man unbedingt finden muss. Sie geben dir vor allem eine Vorstellung vom Charakter eines Kaffees.
Und wenn ich überhaupt keine Erdbeere schmecke?
Kein Problem. Du musst nicht nach einem einzigen Schluck denken: „Ach ja, wilde Erdbeere mit einem subtilen Hauch von Jasmin.“
Besonders wenn du noch nicht oft bewusst Kaffee probiert hast, schmeckst du am Anfang vielleicht vor allem… Kaffee.
Versuche deshalb nicht sofort nach einem bestimmten Geschmack zu suchen. Frage dich zuerst, ob ein Kaffee zum Beispiel süß, fruchtig, frisch, schokoladig oder nussig wirkt. Je öfter du verschiedene Kaffees probierst, desto einfacher wird es, spezifischere Geschmacksrichtungen zuzuordnen.
Probiere es doch das nächste Mal, wenn du Kaffee zubereitest. Brühe eine Tasse, ohne vorher auf die Tasting Notes zu schauen, und überlege selbst, woran dich der Geschmack erinnert. Schau erst danach auf die Verpackung.
Vielleicht steht dort Erdbeere und du dachtest an Himbeere. Vielleicht steht dort Karamell und du musstest eher an Milchschokolade denken.
Was auch immer es wird, ich hoffe, die Tasse schmeckt auf jeden Fall gut.
1 Kommentar
Super leerzame info! Ik vind het zelf ook echt nog lastig om specifieke smaken uit koffie te halen maar dat is dus best logisch als beginner 😊